Vergehen und Werden - Bremse oder Motor?

Die Adventzeit ist eine Zeit des Wartens und der Vorbereitung auf den heiligen Weihnachtsabend. Sie ist aber auch eine Zeit des Zuendegehens im Kreislauf des Jahres. Zu dieser besonderen Winter Jahreszeit, macht sich das Wasserelement bemerkbar, das uns mit seiner Stille versucht eine innere Erleuchtung zu entlocken. Dieses Erkennen ist wichtig, denn daraus erwachsen neue Wege, andere Sichtweisen und ungeahnte Möglichkeiten, die wir ja nach Silvester, für das neue Jahr, so dringen bräuchten. Heute, zum dritten Adventsonntag, möchte ich deshalb Raum schenken für Reflexion.

Stell dir einmal vor, du hast es dir in einer heimeligen Ecke deines Wohnzimmers gemütlich gemacht. Vor dir erleuchten drei Kerzen den Adventkranz und stimmungsvoll den ganzen Raum. Entspannende Musik ertönt leise im Hintergrund, der Duft deines heißen Getränkes umhüllt deine Nase und du durchsuchst dein Handy nach Neuigkeiten. Du suchst nichts Bestimmtes und hüpfst wahllos von da nach dort. Aber dann, taucht da plötzlich ein Zitat auf. Du liest, es ist von Henry Ford, und du liest weiter:

„Es hängt von dir selbst ab, ob du das neue Jahr als Bremse oder als Motor benutzen willst.“

 

Da ist es auf einmal. Dieses Gefühl, das nach Veränderung schreit. Augenblicklich wird dir bewusst, dass das Jahr zu Ende geht, noch keine Neujahrsvorsätze aufgestellt wurden und ehe man sich versieht, startet das neue Jahr. Es startet meist, wie das alte endete. Es ist eine neue Reise mit altem Ballast. Du blickst zu deinem Rucksack, der im Eck steht, dein treuer Begleiter, wo du sinnbildlich auch immer wieder alles eingepackt hast, was sich in deinem Leben so an Gewohnheiten, belastenden Geschehnissen, Erwartungen, Kummer, Verdrängung und dergleichen angesammelt hat. Du hast dich schon oft gefragt, warum du den immer mitschleppst, aber auspacken wolltest du ihn auch noch nie. Deine Bedenken und deine Ängste sind viel zu groß, dir vorzustellen, was passieren würde, wenn du die Schmutzwäsche ans Tageslicht beförderst. Lieber drinnen lassen, da sieht sie keiner. Dich eingeschlossen.

 

Aber dieses Zitat. Es bringt dich zum Nachdenken. Deine Kerzen flackern plötzlich wie wild, als wollten sie dir etwas mitteilen. Intensive Gedanken beginnen sich nun rund um deinen Rucksack, der Bremse, dem Motor zu formen. Und ganz nebenbei schleicht sich auch Adventus ein. Das vorfreudige Warten auf eine heilige Geburt. Also wir warten und bereiten uns darauf vor, dass etwas Neues auf diese Welt kommt. Es entsteht Neues, es kann etwas Werden. Unglaublich. Und das sogar noch im alten Jahr, denkst du dir jetzt, mit einem Schmunzeln im Gesicht.

 

Für uns geht symbolisch dennoch das Jahr zu Ende und wir blicken, am heutigen Advent, auf die letzten 345 Tage des Jahres zurück. Aber auf welche Weise tun wir das? Bleiben wir mit unserer Reflexion eher an der Oberfläche oder gehen wir dabei in die Tiefe? Das Wasserelement will, dass wir in unsere innerste Tiefe vordringen und bis auf den Grund tauchen. Es erinnert uns an den Kreislauf des Lebens. Tod, Sterben, Vergehen. Egal wie wir es nennen wollen, es dient dazu, dass Neues wieder Raum erhält und sich entfalten kann. Es ist wie Yin und Yang, nicht entweder - oder, sondern ein Ineinandergreifen von dem Einen ins Andere. Eine fortwährende Bewegung, die uns das Vergehen und Werden verdeutlicht.

 

Unerwartet, durchbricht ein Geräusch die andächtige Adventstille. Dein Rucksack ist umgefallen. Du blickst verwundert in die Ecke und denkst wieder an die Bremse, auf der du schon so lange Zeit stehst. Vielleicht würde ein Blick in den Rucksack ja doch nicht schaden, überlegst du dir jetzt mit dem Gefühl motivierter Aufbruchstimmung. 

 


Belastendes, Altes, Überholtes, Gewohntes loszulassen tut oft weh und die Angst vor der Ungewissheit, was kommen wird, lähmt uns im Bestreben etwas zu verändern. Jedoch berauben uns all diese Brems-Dinge und unsere Ängste wertvoller Energie, sie blockieren, machen träge, starr, unzufrieden, instabil und behindern dich emotional. Du würdest gerne so vieles tun wollen, aber traust dich nicht.

 

Na ja, auf diese Weise erneut das neue Jahr beginnen? Dieser Gedanke erscheint dir augenblicklich als der totale Wahnsinn. Ist es doch dein größter Wunsch wieder tatkräftig, enthusiastisch, befreit, zuversichtlich, freudig und Herz erfüllend in jeden neuen Tag zu starten. Deine Motivation und deine adventliche Vorfreude auf deine eigene Wiedergeburt, kennt jetzt keine Grenzen mehr. Du stehst auf, gehst zu deinem Rucksack und schnappst ihn dir.

 

Das Schöne am Element Wasser ist, dass es uns auch Zuversicht und Urvertrauen in das Leben schenkt, dass alles seinen Sinn hat. Auch die nicht so schönen Erlebnisse haben Sinn, denn sie sind es meist, die uns umdenken lassen. Sie sind oft Motor für Veränderungen. Wir lernen daraus im Besten Fall. Gelebtes Urvertrauen zeigt uns, dass natürlich eine Handlung (Veränderung, Loslassen) eine Wirkung hat, aber dass diese Wirkung zu deinem Besten ist und am Ende alles wieder gut wird. Alles geht weiter, nur eben anders. Mut und die Willenskraft des Wasserelementes stehen gleichermaßen treu zur Seite. Also ist die beste Zeit für's Aussortieren und innerlich Platz schaffen der Winter. Also JETZT.

 

 

TIPP für deine Veränderung:

Wirf deinen Motor an!

 

Du schnappst dir deinen Rucksack, holst noch Stift und Zettel und machst es dir vor deinem Adventkranz nochmal bequem.

 

Lass dich vom Wasserelement mit seinem Fragen an das Leben inspirieren und versuche sie GANZ EHRLICH zu beantworten:

 

Was belastet mich?

Worin, mit wem fühle ich mich unerfüllt?

 

Was hindert mich daran loszulassen?

Spüre ich Druck von außen?

 

Habe ich Sorge, was andere denken?

Warum, wenn ICH eine Entscheidung für MEIN Leben treffe?

Spielen Erwartungen eine Rolle?

Habe ich Angst? Wenn ja, wovor?

 

Lebe ich MEIN Leben in vollen Zügen?

Fühle ich mich im Herzen erfüllt?

Erfüllt mich mein Job?

Erfüllt mich meine Beziehung?

 

Was würde sich positiv verändern, wenn ich mutig loslasse, es zu Ende gehen lasse?

 

Welche 1 Sache ist es, die du jetzt am dringendsten loslassen willst?

Eine Beziehung, einen ungesunden Lebensstil, einen Job, eine eingefahrene Meinung vielleicht?

 

Mache einen Schritt vor dem anderen und fürchte dich nicht vor Veränderung.

 

Auf geht’s. Steig von der Bremse und starte deinen Vollspeed-Motor.


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