Mein Weg zur Teemeditation


Als ich zum ersten Mal einer chinesischen Gong Fu Cha Teezeremonie* beiwohnen durfte, wusste ich natürlich, was ein zeremonielles Zubereiten von Tee ist, aber ich konnte nicht ahnen, wie sehr es mich beeindrucken würde.

Schon das Eintreten in den kleinen, ziemlich dunklen Raum, mit der Bitte, ab hier nicht mehr zu sprechen, hatte etwas mystisches und zugleich entspannendes an sich. Wir durften gegenüber der Dame, die das Zeremoniell durchführte, Platz nehmen. Sofort begeisterte mich das unglaublich kleine, entzückende Geschirr und die vielen Utensilien, die am Tisch platziert waren und nur darauf warteten endlich in Aktion zu treten.

 

Leise Musik im Hintergrund, das meditative Schauspiel begann.

Die Ruhe, die den Raum erfüllte, war tief beruhigend und gemeinsam mit der Unwissenheit über das was kommen wird, verlor ich schon nach kurzer Zeit das Gefühl von Raum und Zeit. Das Beobachten eines jeden einzelnen, in fließenden Bewegungen ausgeführten Handgriffes, ließ mich auf andächtige Weise das Hier & Jetzt spüren.

Die meiste Zeit waren wir Zuschauer, aber das Erleben mit allen Sinnen bedeutet auch, Tee in all seinen Facetten zu erkunden. So eignen sich Riechbecher, Teeschälchen und anderes feines Geschirr, das herumgereicht wurde, um aktiv daran teilzuhaben.

 

Am meisten begeisterte mich das unbewusste Verarbeiten der Teezeremonie. Denn als ich danach meine Weste vom Haken nahm, um sie anzuziehen, tat ich es genau in der Art und Weise, wie die Dame zuvor das Geschirr berührte, die Wasserkanne anhob und den Tee aufgoss. Sanfte, fließende, leichte Bewegungen. Mein Körper lernte durch reines Beobachten.

 

*ist die traditionelle Bezeichnung


Und genau das zeigt uns auch, dass es Einfluss auf unser Leben und unseren Alltag hat, womit wir uns tagtäglich beschäftigen, was wir sehen,

wie wir Dinge sowie Menschen auf geistiger und körperlicher Ebene berühren.

Alles hängt zusammen und alles zeigt seine Wirkung.